Seite zuletzt aktualisiert am 20. März 2007
Das Jahr 2000 gönnte dem MTC´81 wahrlich keine Verschnaufpause:
Kaum war man so halbwegs trocken von Ebersberg zurückgekehrt, stand schon der nächste Trip auf dem Programm. Nach nur zwei Tagen der Erholung machte sich der "harte Kern" des Clubs am Donnerstag, dem 4. Mai, bereits wieder auf den Weg - dieses mal Richtung Süden!
Obwohl am Startpunkt nur zu Dritt, sollte die MTC-Crew bald auf zehn Teilnehmer anwachsen. Am Bundesstraßen-Grenzübergang Thörl-Maglern gesellte sich ein Vierter dazu, und in dieser Besetzung ging es durch das Kanaltal, über San Daniele del Friuli, Portogruaro, Mestre, Rovigo und Ferrara nach Bondeno, in Summe etwas über 600 Kilometer!
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Am Gelände der Volksschule Bondeno, welches für die nächsten Tage zum Campingplatz umfunktioniert wurde, wartete bereits das fünfte Mitglied, als die Vierergruppe gegen 17 Uhr eintraf. |
Am Samstag Abend traf ein weiteres und am Sonntag zwei weitere Mitglieder ein, und damit war die Gruppe auch schon fast komplett.
Am Sonntag wurden vom Motoclub Bondeno an die Teilnehmer des Treffens verschiedene Auszeichnungen vergeben, und auch der MTC´81 konnte wieder einen Pokal in Empfang nehmen, der in der Zwischenzeit einen Ehrenplatz im Clublokal in Gloggnitz erhalten hat.
Am Montag, dem 8. Mai, hieß es wieder Abschied von Bondeno zu nehmen, zumindest bis zum nächsten Jahr!
Das war aber kein Grund um traurig zu sein,
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Im Hafen von Livorno angekommen wurden die Tickets besorgt und da bis zur Abfahrt der Fähre noch etwas Zeit blieb, wurde diese in einer gemütlichen Hafenkneipe verbracht, die bereits von der ersten Korsika-Tour im Jahre 1994 bekannt war. |
| Die vierstündige Überfahrt bei ruhiger See auf der "Corsica Victoria" nutzte man zur Erholung in Liegestühlen auf dem "Diamond Deck" und zu Erkundungs-Spaziergängen auf den anderen Decks. | ![]() |
Pünktlich um 18 Uhr legte das Schiff im Hafen von Bastia an, wo man bereits von zwei Bekannten, die schon seit einigen Tagen auf Korsika waren, erwartet wurde. Die Fahrt von Bastia zur Hotelanlage "San Pellegrino" verlief, abgesehen vom sehr starken Verkehr, problemlos und um 19 Uhr waren die Appartements bereits bezogen.
| Danach saßen die neun Clubmitglieder noch gemütlich auf der Appartementterrasse zusammen, ehe sie, nach den vier Nächten im Zelt, endlich wieder einen erholsamen Schlaf in richtigen Betten fanden. | ![]() |
Unternehmungslustig ging der Großteil der Gruppe am folgenden Morgen daran, einen kleinen Teil Korsikas zu erkunden. Die Strecke führte von Folleli auf der engen, kurvenreichen D 506 nach Piedicroce, dann weiter auf der D 71 nach Ponte Leccia, einige Kilometer auf der gut ausgebauten N 1197 Richtung Norden, ehe man nach rechts auf die D 81 in Richtung St. Florent abbog.
Ab der Abzweigung der D 81 änderte sich sowohl der Straßenzustand als auch die Umgebung rapide. Die Straße wurde zusehends enger und ihr Zustand läßt sich eigentlich kaum richtig beschreiben: hunderte Schlaglöcher wechselten einander mit tausenden Buckeln ab, kurz gesagt, in unseren Breiten befindet sich praktisch jeder Güterweg in besserem Zustand!
Dafür entschädigte der Anblick der wilden, fast wüstenähnlichen Landschaft die Teilnehmer an diesem Ausflug, und nach ca. 30 Kilometern Buckelpiste eröffnete sich ein herrlicher Blick über den Golfe de St. Florent. In St. Florent, welches den schönstgelegenen Hafen Korsikas besitzen soll, wurde die Mittagspause eingelegt, der Rückweg führte dann über die D 82 und die N 193 wieder nach Folleli.
Hier wurde die Gruppe bereits vom zehnten Teilnehmer erwartet, dem letzten "Nachzügler", und damit war das "Korsika-Team" des MTC´81 dann auch komplett. Dieser Abend wurde, ebenso wie die Folgenden, wieder auf der Appartementterrasse verbracht, wo man, in wechselnder Besetzung, auch manchmal bis nach Mitternacht beisammen saß.
Ein weiterer Tagesausflug führte einen Teil der Gruppe in den Norden der Insel, nämlich rund um den "Finger". Ab Bastia ging es auf der D 81 bis nach Patrimonio, einem bekannten Weinbaugebiet Korsikas, und weiter auf der engen und kurvenreichen D 80 entlang der Westküste des "Fingers" Richtung Norden. Die Aussicht von diesem Teil der D 80 kann man nur als "atemberaubend" bezeichnen, teilweise fallen die Felsen gleich neben der Straße senkrecht zum Meer ab, man fährt auch an vielen Ruinen und einigen noch gut erhaltenen ehemaligen Wachtürmen vorbei.
Die Ostseite des "Fingers" zeigt sich von einer wesentlich sanfteren Seite, die Straße ist besser ausgebaut, und die Felsen fallen nicht mehr so schroff zum Meer ab. An vielen Stellen finden sich flache Strände und bei klarer Sicht kann man am Horizont auch die Insel Elba erkennen. Auch hier zeugen noch viele Wachtürme von der rauhen und wechselhaften Vergangenheit der Insel.
Doch auch das gebirgige Herz sowie die Süd- und Westseite der Insel sollten vom MTC´81 nicht verschont bleiben:
Etwas weiter nördlich gelegen befindet sich das ca. 30 Kilometer lange, ebenso sehenswerte Asco-Tal, dessen befahrbares Ende auf ca. 1400 Metern Seehöhe gelegen ist. Dort gibt es sogar einen Skilift, und wenn dieser auch im Mai natürlich nicht mehr in Betrieb war, schienen doch die Schneefelder ( auch "Edelweißplantagen" genannt ) auf den umliegenden Bergen zum Greifen nah zu sein.
Die Tour führte dann weiter über Evisa und die Spelunca-Schlucht zu dem an der Westküste der Insel gelegenen Touristenort Porto, wo am Hafen wieder eine Pause eingelegt wurde. Über die D 81 ging es dann auf zum Teil wieder schmalen und kurvigen Strassen über einige nur wenige hundert Meter hoch gelegene "Pässe" nach Calvi, und von hier auf gut ausgebauten Strassen zurück zum "Hauptquartier" bei Folleli.
Damit war es auch schon wieder Sonntag geworden und der Urlaub auf Korsika näherte sich seinem Ende. Am Nachmittag wurde gepackt und am Montag ging es frühmorgens wieder zum Hafen von Bastia, von wo aus um 8.45 Uhr die Fähre nach Livorno ablegte.
Um den "Schock" über das Ende des Urlaubes etwas abzumildern hatte man beschlossen, noch nicht sofort nach Hause zu fahren, sondern noch einen Zwischenstop in Lido di Classe, einem dem MTC´81 von früheren Besuchen her bekannten Badeort an der Adria, ca. 20 km südöstlich von Ravenna, einzulegen. Der rund 230 Kilometer lange Weg von Livorno nach Lido di Classe führte den MTC´81 auf Bundesstrassen auch über den Passo di Muraglione, eine ebenfalls von früheren Toskana-Touren bekannte herrliche Motorradstrecke.
Die Heimreise von Lido di Classe am Dienstag war für die tourenerprobte MTC-Crew dann eine reine Routineangelegenheit.
Abschließend kann für diesen Korsika-Urlaub folgendes Resümee gezogen werden: schönes Wetter, traumhafte Landschaft, herrliche Motorradstrecken und ein Duft nach Kräutern, den niemand, der einmal auf der Insel war, je vergessen wird. Und abgesehen von kleineren technischen Pannen, wie zum Beispiel eine defekte Benzinpumpe, ein platter Hinterreifen und eine gebrochene Topcase-Halterung gab es auch keine nennenswerten Probleme.
In den Köpfen der MTC´81-Mitglieder nimmt der Plan einer weiteren Korsika-Reise, irgendwann in den nächsten Jahren, bereits wieder Gestalt an!