Seite zuletzt aktualisiert am  20. März 2007

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55. FIM - Rally in
Martigny / Schweiz
     
Korsika war der dritte Streich, doch der Vierte folgt sogleich!

So könnte man, frei nach Wilhelm Busch, die nächste Tour des MTC´81, nämlich die Teilnahme an der 55. FIM-Rally in Martigny/Schweiz, charakterisieren.

Die Anreise nach Martigny erfolgte wieder in mehreren Gruppen, wobei die Größte, bestehend aus fünf Mann, am Samstag, dem 17. Juni von Gloggnitz in Richtung Westen aufbrach. Die von früheren Touren bereits bestens bekannte Strecke führte wieder über die S 6 bis St. Michael und die Pyhrn-Autobahn bis Liezen, wo eine Pause eingelegt wurde.

Nach erfolgter Stärkung wollte sich die Truppe bereits wieder auf den Weg machen, da wurden am Hinterreifen eines Motorrades zwei Risse im Gummi entdeckt. Dies erforderte natürlich den Austausch des Reifens, und wider Erwarten war die richtige Dimension bei einem Händler in Liezen sogar lagernd. Das betroffene Mitglied konnte sogar zwischen zwei verschiedenen Reifenmarken wählen und nach nur eineinhalbstündiger Unterbrechung konnte die Reise bereits wieder fortgesetzt werden.

Die weitere Route führte über St. Johann/Pongau, Zell am See, die alte Gerlos-Bundesstraße (kurze Pause in Gerlos), das Zillertal, die Inntal-Autobahn bis Landeck und schließlich nach Serfaus, wo im Haus "Regina", einem "Motorradfreundlichen Hotel", Quartier bezogen wurde. Dieses Haus kann vom MTC´81 ohne Einschränkungen weiterempfohlen werden - ausgesprochen freundliche Wirtsleute, und die geräumigen Zweibettzimmer mit Dusche, TV und Frühstücksbuffet kosteten pro Person 340,- Schillinge. Nach dem Abendessen in einem gemütlichen Lokal im Ort und dem obligaten "Abschlußtrunk" an der Hotelbar legte sich die MTC-Truppe zur wohlverdienten Ruhe. Die Fahrtstrecke an diesem ersten Tag betrug in etwa 550 Kilometer.

Am Sonntag, dem 18. Juni startete die Gruppe um 9 Uhr Richtung Schweiz, und nach der Durchquerung des Unteren Engadin stand der erste Paß, der Flüelapaß ( 2383 m ) auf dem Programm. Weiter ging es über Davos, Tiefencastel und Thusis nach Reichenau, dann auf der Bundesstraße 19 über Ilanz, Disentis, den Oberalppaß ( 2044 m ) und Andermatt nach Hospental ( Tagesfahrtstrecke ca. 260 Kilometer ).

am Flüela-Paß

am Fluela-Paß

Hotel Rössli

das Hotel Rössli in Hospental

Im Hotel "Rössli", wo die Zimmer bezogen wurden, merkte man allerdings bereits die gegenüber Österreich deutlich gehobeneren Preise, sie lagen für die doch sehr einfachen Zimmer ( Dusche und WC am Gang ) bei 45 Schweizer Franken pro Person, das entspricht in etwa 400,- Schillingen! Die freundliche Wirtin und die ausgezeichneten Spezialitäten des Hauses ( unter anderem Röstis in mehreren Variationen sowie als Nachspeise köstliche Nußstangen ) konnten aber zum Teil über den "Zimmer-Preisschock" hinwegtrösten.
Die letzte Tagesetappe von ca. 190 Kilometern bis Martigny führte gleich zu Beginn über zwei weitere Pässe, den St. Gotthard Paß ( 2108 m ) und den Nufenen-Paß ( 2478 m ). Beim St. Gotthard Paß hat man die Möglichkeit, die gut ausgebaute Bundesstraße oder die alte Paßstrasse zu wählen - wer es nicht zu eilig hat und auch eine Straße mit Kopfsteinpflaster nicht scheut, sollte wegen der herrlichen Aussicht unbedingt die alte Paßstrasse nehmen!

alte St.Gotthard-Paßstraße

die Serpentinen des St.Gotthard-Passes

am Campingplatz

am FIM- Campingplatz in Martigny

Ab Ulrichen ging es dann in geradezu rasantem Tempo - in der Schweiz sind auf Bundesstraßen immerhin mörderische 80 km/h erlaubt - durch das Rhone-Tal über Brig, Sierre und Sion nach Martigny, wo die MTC-Crew um ca. 14 Uhr eintraf. Da das FIM-Rally-Gelände dank ausgezeichneter Beschilderung bald gefunden und die Anmelde-Prozedur in kürzester Zeit erledigt war, ging ein Teil der Gruppe sofort daran die Zelte aufzubauen, der andere Teil bezog das vorgebuchte Hotelzimmer.

 

Nach erfolgter Körperpflege - immerhin zeigte das Thermometer über 30 Grad an - konnte auch schon zum gemütlichen Teil übergegangen werden, nämlich "Smalltalk" mit den anderen bereits anwesenden FIM-Rally-Teilnehmern aus Österreich und aus vielen anderen europäischen Ländern.

Am Abend trafen zwei weitere MTC-Mitglieder am Campingplatz ein, und auch bei den "Hotelisten" gab es Zuwachs, sodaß die MTC-Truppe nun bereits auf Zehn angewachsen war. Man traf einander am FIM-Rally-Veranstaltungsgelände und plauderte unter anderem auch über die verschiedenen Anfahrtswege der einzelnen Gruppen. Am Veranstaltungsgelände gab es an mehreren Verkaufsständen auch die Möglichkeit, thailändische Küche ( schmeckt ausgezeichnet ! ) sowie kühles Bier zu verkosten.

Der Dienstag, der eigentlich für einen Ausflug in die Umgebung Martignys genutzt werden sollte, hatte leider keinen glücklichen Start, da ein MTC-Mitglied die Nachricht über einen tragischen Todesfall in seiner Familie erreichte. Die dringend notwendige Heimreise mußte per Bahn angetreten werden, da aufgrund der enormen seelischen Belastung an eine Benützung des Motorrades nicht zu denken war. Am Nachmittag kamen dann aber noch drei weitere MTC-Mitglieder zur Gruppe, und damit war die Gesamtbesetzung von 12 Teilnehmern auch erreicht.

Am Mittwoch, dem 21. Juni, wurde die 55. FIM - Rally offiziell eröffnet, und zwar mit der Einfahrt der einzelnen Nationen in den sogenannten "parc fermé". Hierbei werden die einzelnen Teilnehmer registriert, und deren Motorräder verbleiben bis zum Abend im parc fermé. parc ferme

der parc fermé

Alphorn-Bläser

Alphornbläser bei der Folklore-Veranstaltung

Die Zeit bis zur Freigabe der Motorräder nutzte man zu einer Stadtbesichtigung Martignys. Gegen 19.30 Uhr gab es dann ein gemeinsames, köstliches Abendessen in der Veranstaltungshalle, anschließend wurde noch Schweizer Folklore sowie Unterhaltungsmusik geboten.
Donnerstags hatten alle Rallye-Teilnehmer die Möglichkeit, an einem Ausflug in die Schweizer Berge teilzunehmen. Zuerst ging es in Bussen zum Bahnhof von Martigny, dann weiter mit dem Mont-Blanc-Express in Richtung französischer Grenze.

MontBlancExpress

der Mont Blanc Express

Blick zum Mont Blanc

Blick zum Mont Blanc

Nach Benützung des steilsten Schrägaufzuges der Welt ( ca. 87 % Steigung ), eines kleinen Panorama-Zuges sowie eines weiteren Schrägaufzuges war man bei der Staumauer von Emosson, in ca. 1970 m Seehöhe, angekommen. Von hier aus bot sich bei strahlend schönem Wetter ein herrlicher Rundblick über die Schweizer - und Französischen Alpen, bis hin zum Mont Blanc.
Nach ca. zwei Stunden zur freien Verfügung, die zur Labung im Bergrestaurant und auch zu Spaziergängen auf der Staumauer genutzt wurden, ging es dann in Autobussen weiter zum Genfer See, nach Le Bouveret. Dort gab es dann ein leider nicht so gut gelungenes Mittagessen ( kaltes Brathuhn ), dafür entschädigte aber wieder der freie Eintritt in den "Swiss Vapeur Parc", einer Miniatureisenbahnanlage, wie man sie wohl nicht so oft zu Gesicht bekommt.

Staumauer von Emosson

der Stausee von Emosson

Swiss Vapeur Parc

im Swiss Vapeur Parc

In diesem ca. 12.000 Quadratmeter großen Gelände konnte man auf einer Gesamtschienenlänge von rund 1.500 Metern nach Belieben mit verschiedenen Zugsgarnituren mitfahren, was von vielen MTC-Mitgliedern auch ausgiebig genutzt wurde. Das gemeinsame Abendessen mit anschließender Unterhaltung beendete diesen ereignisreichen Tag.
Der Zeitplan für Freitag, den 23. Juni, sah folgendermaßen aus: 7.30 Uhr Frühstück, der Vormittag zur freien Verfügung, nachmittags gegen 15 Uhr Aufstellung zur Parade der Nationen. Der Start der Parade der Nationen erfolgte um 16 Uhr in Saviese, einem kleinen Ort in der Nähe von Sion, ca. 30 Kilometer von Martigny entfernt. Aufstellung zur Parade der Nationen

Aufstellung zur Parade der Nationen

Die Parade führte auf Landstraßen und durch mehrere Dörfer bis nach Martigny, sie war von der Dauer von ca. 1 1/4 Stunden her eine der längsten der FIM-Geschichte. Aber auch die Anzahl und die Begeisterung der Zuseher suchte ihresgleichen: freundlich winkend wurde jede vorbeifahrende Nation begrüßt, die Motorradfahrer winkten zurück und bedankten sich mit Hupkonzerten. Die berührenden Momente an diesem Ereignis kann wohl nur jemand nachvollziehen, der selbst schon einmal an einer solchen Parade teilgenommen hat!

Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde es dann offiziell: es ging an die Verleihung der FIM-Auszeichnungen! Und tatsächlich, was bis dahin nur als Gerücht in Umlauf war, bewahrheitete sich! Der MTC´81 hatte es wieder einmal geschafft, jener der österreichischen Clubs zu sein, der die meisten Fahrer zu einer FIM - Rally entsandt hatte!

Stolz eilte Präsident "Sigi" zur Bühne, um die neue, nunmehr siebente FIM-Auszeichnung für den MTC´81 in Empfang zu nehmen! Nachdem diese Trophäe von einem Clubmitglied zum nächsten weitergereicht und auch von den dieses mal unterlegenen Clubs gebührend gewürdigt worden war, wurde dieser Abend, da ja am nächsten Morgen die Heimreise angetreten werden sollte, ausnahmsweise schon vor Mitternacht beschlossen.

Trophäe des MTC´81

die Trophäe anläßlich des Gewinnes der Nationalen Clubwertung

Die Abreise gestaltete sich ähnlich wie die Anreise: die MTC81-FIM-Rally-Teilnehmer teilten sich wieder in mehrere Gruppen auf, von denen jede eine etwas andere Route für die Heimfahrt wählte.

Als Resümee dieser 55. FIM-Rally bleibt folgendes festzuhalten: die gelungene Organisation der gesamten Veranstaltung durch unsere Schweizer Freunde, die zu jeder Zeit alles im Griff hatten, kann so manchem anderen Veranstalter als Vorbild dienen. Das nennt man eben Schweizer Präzision!

weitere Fotos von der Anreise und der FIM-Rally:

 

am Flüela-Paß

am Flüela-Paß

am Oberalp-Paß (2046 m)

am Oberalp-Paß (2046 m)

Blick über Andermatt

Blick über Andermatt

St.Gotthard-Paß (Paßhöhe)

auf der Paßhöhe des St.Gotthard-Paß

Blick von der alten zur neuen St.Gotthard-Paßstraße

Blick von der alten zur neuen St.Gotthard-Paßstraße

am Nufenen-Paß

am Nufenen-Paß

MTC´81 bei der Anmeldung

der MTC´81 bei der Anmeldung im FIM-Rallye-Zentrum in Martigny

Gustav baut sein Zelt auf

MTC´81-Mitglied Gustav baut sein Zelt auf.....

Wind verweht Zelt

...doch dieses wird "vom Winde verweht" und von Fritz "gerettet"

die "Offiziellen"

die "Offiziellen" der österr. FIM - Mannschaft zu Besuch beim MTC´81

Holz-Topcase

das etwas außergewöhnliche Topcase eines tunesischen Teilnehmers

Abendessen

die österr. FIM-Mannschaft beim Abendessen

Schrägaufzug

erster Schrägaufzug zur Staumauer von Emosson

Panoramazug

Panorama-Zug zur Staumauer von Emosson

Mini-Zugsgarnitur

Mini-Zugsgarnitur im Swiss Vapeur Parc

Lokomotiven

Mini - Dampflokomotiven im Swiss Vapeur Parc

Miniatur-Bauten

Miniatur - Bauten im Swiss Vapeur Parc

MTC auf Mini-Zug

ein Teil des MTC´81 fährt mit dem Mini - Zug

MTC´81 bei Parade

der MTC´81 vor der Parade der Nationen

Aufstellung zur Parade

Aufstellung zur Parade der Nationen

Großer St.Bernhard-Paß

vor der Paßhöhe des Großen St. Bernhard

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