| Korsika war der dritte Streich, doch
der Vierte folgt sogleich!
So könnte man, frei nach Wilhelm
Busch, die nächste Tour des MTC´81, nämlich die Teilnahme
an der 55. FIM-Rally in Martigny/Schweiz, charakterisieren.
Die Anreise nach Martigny erfolgte wieder
in mehreren Gruppen, wobei die Größte, bestehend aus fünf
Mann, am Samstag, dem 17. Juni von Gloggnitz in Richtung Westen aufbrach.
Die von früheren Touren bereits bestens bekannte Strecke führte
wieder über die S 6 bis St. Michael und die Pyhrn-Autobahn bis
Liezen, wo eine Pause eingelegt wurde.
Nach erfolgter Stärkung wollte sich
die Truppe bereits wieder auf den Weg machen, da wurden am Hinterreifen
eines Motorrades zwei Risse im Gummi entdeckt. Dies erforderte natürlich
den Austausch des Reifens, und wider Erwarten war die richtige
Dimension bei einem Händler in Liezen sogar lagernd. Das
betroffene Mitglied konnte sogar zwischen zwei verschiedenen Reifenmarken
wählen und nach nur eineinhalbstündiger Unterbrechung konnte
die Reise bereits wieder fortgesetzt werden.
Die weitere Route führte über
St. Johann/Pongau, Zell am See, die alte Gerlos-Bundesstraße
(kurze Pause in Gerlos), das Zillertal, die Inntal-Autobahn
bis Landeck und schließlich nach Serfaus, wo im Haus "Regina",
einem "Motorradfreundlichen Hotel", Quartier bezogen wurde. Dieses
Haus kann vom MTC´81 ohne Einschränkungen weiterempfohlen
werden - ausgesprochen freundliche Wirtsleute, und die geräumigen
Zweibettzimmer mit Dusche, TV und Frühstücksbuffet
kosteten pro Person 340,- Schillinge. Nach dem Abendessen in
einem gemütlichen Lokal im Ort und dem obligaten "Abschlußtrunk"
an der Hotelbar legte sich die MTC-Truppe zur wohlverdienten Ruhe.
Die Fahrtstrecke an diesem ersten Tag betrug in etwa 550 Kilometer.
| Am Sonntag, dem 18. Juni startete
die Gruppe um 9 Uhr Richtung Schweiz, und nach der Durchquerung
des Unteren Engadin
stand der erste Paß, der Flüelapaß ( 2383
m ) auf dem Programm. Weiter ging es über Davos, Tiefencastel
und Thusis nach Reichenau, dann auf der Bundesstraße
19 über Ilanz, Disentis, den Oberalppaß ( 2044
m ) und Andermatt nach Hospental ( Tagesfahrtstrecke
ca. 260 Kilometer ). |

am Fluela-Paß
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das Hotel Rössli in Hospental
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Im Hotel "Rössli", wo die
Zimmer bezogen wurden, merkte man allerdings bereits die
gegenüber Österreich deutlich gehobeneren Preise,
sie lagen für die doch sehr einfachen Zimmer ( Dusche
und WC am Gang ) bei 45 Schweizer Franken pro Person, das
entspricht in etwa 400,- Schillingen! Die
freundliche Wirtin und die ausgezeichneten Spezialitäten
des Hauses ( unter anderem Röstis in mehreren Variationen
sowie als Nachspeise köstliche Nußstangen ) konnten
aber zum Teil über den "Zimmer-Preisschock" hinwegtrösten.
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| Die letzte Tagesetappe von ca.
190 Kilometern bis Martigny führte gleich zu Beginn
über zwei weitere Pässe, den St. Gotthard Paß
( 2108 m ) und den Nufenen-Paß ( 2478 m ). Beim St.
Gotthard Paß hat man die Möglichkeit, die gut
ausgebaute Bundesstraße oder die alte Paßstrasse
zu wählen - wer es nicht zu eilig hat und auch eine
Straße mit Kopfsteinpflaster nicht scheut, sollte wegen
der herrlichen Aussicht unbedingt die alte Paßstrasse
nehmen! |

die Serpentinen des St.Gotthard-Passes
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am FIM- Campingplatz in Martigny
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Ab Ulrichen ging es dann in geradezu
rasantem Tempo - in der Schweiz sind auf Bundesstraßen
immerhin mörderische 80 km/h erlaubt - durch das Rhone-Tal
über Brig, Sierre und Sion nach Martigny, wo die MTC-Crew
um ca. 14 Uhr eintraf. Da das FIM-Rally-Gelände
dank ausgezeichneter Beschilderung bald gefunden
und die Anmelde-Prozedur in kürzester Zeit erledigt
war, ging ein Teil der Gruppe sofort daran die Zelte aufzubauen,
der andere Teil bezog das vorgebuchte Hotelzimmer.
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Nach erfolgter Körperpflege - immerhin
zeigte das Thermometer über 30 Grad an - konnte auch schon zum
gemütlichen Teil übergegangen werden, nämlich "Smalltalk"
mit den anderen bereits anwesenden FIM-Rally-Teilnehmern aus Österreich
und aus vielen anderen europäischen Ländern.
Am Abend trafen zwei weitere MTC-Mitglieder
am Campingplatz ein, und auch bei den "Hotelisten" gab es Zuwachs,
sodaß die MTC-Truppe nun bereits auf Zehn angewachsen war.
Man traf einander am FIM-Rally-Veranstaltungsgelände und plauderte
unter anderem auch über die verschiedenen Anfahrtswege
der einzelnen Gruppen. Am Veranstaltungsgelände gab es an
mehreren Verkaufsständen auch die Möglichkeit, thailändische
Küche ( schmeckt ausgezeichnet ! ) sowie kühles Bier zu
verkosten.
Der Dienstag, der eigentlich für
einen Ausflug in die Umgebung Martignys genutzt werden sollte, hatte
leider keinen glücklichen Start, da ein MTC-Mitglied die Nachricht
über einen tragischen Todesfall in seiner Familie erreichte.
Die dringend notwendige Heimreise mußte per Bahn angetreten
werden, da aufgrund der enormen seelischen Belastung an eine Benützung
des Motorrades nicht zu denken war. Am Nachmittag kamen dann
aber noch drei weitere MTC-Mitglieder zur Gruppe, und damit war die
Gesamtbesetzung von 12 Teilnehmern auch erreicht.
| Am Mittwoch, dem 21. Juni, wurde
die 55. FIM - Rally offiziell eröffnet, und zwar mit
der Einfahrt der einzelnen Nationen in den sogenannten "parc
fermé". Hierbei werden die einzelnen Teilnehmer
registriert, und deren Motorräder verbleiben bis
zum Abend im parc fermé. |
der parc fermé
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Alphornbläser bei der Folklore-Veranstaltung
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Die Zeit bis zur Freigabe der
Motorräder nutzte man zu einer Stadtbesichtigung Martignys.
Gegen 19.30 Uhr gab es dann ein gemeinsames, köstliches
Abendessen in der Veranstaltungshalle, anschließend
wurde noch Schweizer Folklore sowie Unterhaltungsmusik
geboten. |
| Donnerstags hatten alle Rallye-Teilnehmer
die Möglichkeit, an einem Ausflug in die Schweizer Berge
teilzunehmen. Zuerst ging es in Bussen zum Bahnhof von Martigny,
dann weiter mit dem Mont-Blanc-Express in
Richtung französischer Grenze. |
der Mont Blanc Express
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Blick zum Mont Blanc
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Nach Benützung des steilsten
Schrägaufzuges der Welt (
ca. 87 % Steigung ), eines kleinen Panorama-Zuges sowie eines
weiteren Schrägaufzuges war man bei der Staumauer von
Emosson, in ca. 1970 m Seehöhe, angekommen. Von hier
aus bot sich bei strahlend schönem Wetter ein herrlicher
Rundblick über die Schweizer - und Französischen
Alpen, bis hin zum Mont Blanc. |
| Nach ca. zwei Stunden zur freien
Verfügung, die zur Labung im Bergrestaurant und auch
zu Spaziergängen auf der Staumauer genutzt wurden, ging
es dann in Autobussen weiter zum Genfer See, nach Le
Bouveret. Dort gab es dann ein leider nicht so
gut gelungenes Mittagessen ( kaltes Brathuhn ), dafür
entschädigte aber wieder der freie Eintritt in den "Swiss
Vapeur Parc", einer Miniatureisenbahnanlage, wie man sie
wohl nicht so oft zu Gesicht bekommt. |
der Stausee von Emosson
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im Swiss Vapeur Parc
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In diesem ca. 12.000 Quadratmeter
großen Gelände konnte man auf einer Gesamtschienenlänge
von rund 1.500 Metern nach Belieben mit verschiedenen Zugsgarnituren
mitfahren, was von vielen MTC-Mitgliedern auch
ausgiebig genutzt wurde. Das gemeinsame Abendessen
mit anschließender Unterhaltung beendete diesen ereignisreichen
Tag. |
| Der Zeitplan für Freitag, den 23. Juni, sah folgendermaßen
aus: 7.30 Uhr Frühstück, der Vormittag zur freien
Verfügung, nachmittags gegen 15 Uhr Aufstellung zur
Parade der Nationen. Der Start der Parade der Nationen erfolgte
um 16 Uhr in Saviese, einem kleinen Ort in der Nähe
von Sion, ca. 30 Kilometer von Martigny entfernt. |
Aufstellung zur Parade der Nationen
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Die Parade führte auf Landstraßen
und durch mehrere Dörfer bis nach Martigny, sie war von der
Dauer von ca. 1 1/4 Stunden her eine der längsten der FIM-Geschichte.
Aber auch die Anzahl und die Begeisterung der Zuseher suchte ihresgleichen:
freundlich winkend wurde jede vorbeifahrende Nation begrüßt,
die Motorradfahrer winkten zurück und bedankten sich mit
Hupkonzerten. Die berührenden Momente an diesem Ereignis
kann wohl nur jemand nachvollziehen, der selbst schon einmal an
einer solchen Parade teilgenommen hat!
| Nach dem gemeinsamen Abendessen
wurde es dann offiziell: es ging an die Verleihung der FIM-Auszeichnungen!
Und tatsächlich, was bis dahin nur als Gerücht
in Umlauf war, bewahrheitete sich! Der MTC´81 hatte
es wieder einmal geschafft, jener der österreichischen
Clubs zu sein, der die meisten Fahrer zu einer
FIM - Rally entsandt hatte!
Stolz eilte Präsident "Sigi"
zur Bühne, um die neue, nunmehr siebente FIM-Auszeichnung
für den MTC´81 in Empfang zu nehmen! Nachdem diese
Trophäe von einem Clubmitglied zum nächsten weitergereicht
und auch von den dieses mal unterlegenen Clubs
gebührend gewürdigt worden war, wurde dieser
Abend, da ja am nächsten Morgen die Heimreise angetreten
werden sollte, ausnahmsweise schon vor Mitternacht beschlossen.
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die Trophäe anläßlich des Gewinnes der Nationalen
Clubwertung
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Die Abreise gestaltete sich ähnlich
wie die Anreise: die MTC81-FIM-Rally-Teilnehmer teilten sich
wieder in mehrere Gruppen auf, von denen jede eine etwas andere Route
für die Heimfahrt wählte.
Als Resümee dieser 55. FIM-Rally
bleibt folgendes festzuhalten: die gelungene Organisation der gesamten
Veranstaltung durch unsere Schweizer Freunde, die zu jeder Zeit alles
im Griff hatten, kann so manchem anderen Veranstalter als Vorbild
dienen. Das nennt man eben Schweizer Präzision!
weitere
Fotos von der Anreise und der FIM-Rally:
am Flüela-Paß
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am
Oberalp-Paß (2046 m)
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Blick
über Andermatt
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auf
der Paßhöhe des St.Gotthard-Paß
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Blick
von der alten zur neuen St.Gotthard-Paßstraße
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am Nufenen-Paß
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der MTC´81 bei der
Anmeldung im FIM-Rallye-Zentrum in Martigny
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MTC´81-Mitglied
Gustav baut sein Zelt auf.....
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...doch
dieses wird "vom Winde verweht" und von Fritz "gerettet"
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die "Offiziellen"
der österr. FIM - Mannschaft zu Besuch beim MTC´81
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das etwas außergewöhnliche
Topcase eines tunesischen Teilnehmers
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die österr. FIM-Mannschaft
beim Abendessen
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erster Schrägaufzug
zur Staumauer von Emosson
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Panorama-Zug zur Staumauer
von Emosson
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Mini-Zugsgarnitur im Swiss
Vapeur Parc
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Mini - Dampflokomotiven
im Swiss Vapeur Parc
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Miniatur - Bauten im Swiss
Vapeur Parc
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ein Teil des MTC´81
fährt mit dem Mini - Zug
|
der MTC´81 vor der
Parade der Nationen
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Aufstellung zur
Parade der Nationen
|
vor der Paßhöhe
des Großen St. Bernhard
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